Übersetzungslösungen für Unternehmen im Vergleich
Gratis-Tool, DeepL, Agentur oder trainierte KI: Welche Übersetzungslösung ist für Unternehmen am besten geeignet? Dabei geht es um Kriterien für Datenschutz, Unternehmenstonalität, Datenformate und natürlich ... Kosten.
Übersetzungen brauchen viele Unternehmen. Der Vertrieb nutzt ChatGPT, das Marketing eine Agentur für die Feinheiten, die Doku-Abteilung braucht vor allem technische Begriffe, richtig und konsistent übersetzt und formatgetreu. Eine Übersetzungslösung für alle muss vier Dinge zusammenbringen: Datenschutz, die eigene Unternehmenstonalität und Markenwelt, die notwendigen Dateiformate und einen Prozess, der effizient ist und genutzt wird.
Wer zuerst den Begriff Maschinelle Übersetzung und die Anbieter-Typen verstehen will, findet auf Maschinelle Übersetzung für Unternehmen den Überblick.
Die vier Möglichkeiten der Übersetzung im Vergleich
1. Gratis-Tools (Google Translate, ChatGPT, kostenlose Web-Übersetzer). Schnell und inhaltlich richtig gut sind diese Tools im Alltag verankert. Im Unternehmen haben diese Tools drei Probleme: Vertrauliche Inhalte landen auf fremden Servern außerhalb der Kontrolle, Fachbegriffe werden bestmöglich statistisch richtig übersetzt, und Formate wie InDesign oder strukturierte Dokumente sind begrenzt oder gar nicht direkt übersetzbar.
2. Standard-Übersetzungslösungen mit Pro-Konto (z. B. DeepL Pro, ChatGPT, Claude). Qualitativ sind die Modelle top. DSGVO-konforme Tarife gibt es oftmals. Und doch gibt es Einschränkungen; in unserem Vergleich der KI-Übersetzer kann man das gut sehen. Für Einzelne sind diese Lösungen nicht mehr wegzudenken, als Unternehmenslösung fehlen ihnen aber entweder die Kontrollelemente (Glossare, TMS, Wörterbücher, Freigabeworkflow) oder sie haben kaufmännische Einschränkungen. Regelmäßig umfangreiche Handbücher im IDML-Format zu übersetzen ist oftmals ein riesiges Thema.
3. Übersetzungsagentur oftmals mit Translation-Management-System. Übersetzungsagenturen setzen intern KI ein, sind aber für Unternehmen vor allem interessant, weil sie ein Qualitätsgate liefern, indem sie ausgebildete Übersetzer beschäftigen. Dieses hybride Modell ist die richtige Wahl bei hohen Qualitätsanforderungen und liefert menschliche Revision und Fachwissen. Alles hat seine Grenzen, auch dies: Projektkosten und Wortpreise liegen mit 10 bis 15 Cent pro Wort deutlich über Maschinenniveau, der Prozess benötigt Tage bis Wochen Durchlaufzeit, und es besteht eine Abhängigkeit von den externen Übersetzern: Verlassen diese die Agentur, verändert sich die Qualität, weil sie personenabhängig ist.
4. Spezialisierte und angepasste maschinelle Übersetzung. Maschinelle Übersetzung, die auf den eigenen Übersetzungen, Glossaren und Inhalten aufgebaut ist, trifft die Unternehmenssprache deutlich besser als generische Übersetzung und behält die Vorteile der maschinellen Übersetzung in Geschwindigkeit und Kosten. Ergänzt um Werkzeuge für die tatsächlichen Formate (etwa layouttreue InDesign-Übersetzung) und einen Freigabe- und Abrechnungsprozess wird daraus eine Lösung fürs ganze Unternehmen. Dieses Angebot bieten Translate.Wonk (Übersetzung in Unternehmenssprache, trainiert auf Ihren Daten) und IDML-Translate (InDesign-Dokumente layouttreu, alle EU-Sprachen in einem Durchgang). Aber auch diese Lösungen sind keine Allgemeinlösung und erfordern Change-Management im Unternehmen und den Wunsch, Übersetzungen zentralisiert zu managen.
Fünf relevante Kriterien für die Auswahl
- Datenschutz und Datenhoheit. Wo laufen die Server, werden Übersetzungsinhalte ungewünscht für Modelltraining verwendet, gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag? Hosting in Deutschland und keine Weiterverwendung der Daten sollten gesetzt sein.
- Unternehmenssprache. Glossar, geschützte Begriffe und im besten Fall ein auf die eigenen Texte angepasstes Modell entscheiden darüber, ob die Inhalte die Marke treffen oder generische Übersetzungen liefern.
- Formate. Word und PDF können viele. Schwieriger sind InDesign-Kataloge, Bedienungsanleitungen und strukturierte Dokumente, die ihr Layout behalten müssen. Für Pflichtdokumentation siehe auch Bedienungsanleitung übersetzen.
- Prozess. Wer darf übersetzen, wer gibt frei, wie wird abgerechnet? Budgetrahmen je Nutzer und projektbezogene Abrechnung helfen dem Einkauf und der Buchhaltung in der Weiterverarbeitung. Freigaben liegen immer intern beim Unternehmen, auch wenn extern übersetzt wurde. In manchen Fällen ist eine weitere Freigabestufe in der Legal-Abteilung nötig, gerade wenn regulierte Bereiche betroffen sind. Wichtig: Freigabe- und Anpassungsprozesse gehören in ein Tool und nicht in E-Mails und Word-Dateien.
- Kosten. Agenturübersetzungen liegen im Markt bei Wortpreisen im hohen einstelligen bis zweistelligen Centbereich plus Projektpauschalen, bei Tagen bis Wochen Wartezeit. Dafür dürfen Sie menschliche Spezialisten erwarten und Dienstleister, die Ihnen Haftung abnehmen. Maschinelle Übersetzung kann das systemisch nicht, liegt aber preislich bei 1 bis 5 Cent und liefert in Minuten.
Für wen ist welcher Weg geeignet?
Wenige Übersetzungen im Monat, keine sensiblen Inhalte: Ein Pro-Konto eines Standard-Übersetzers reicht. Hohe rechtliche Anforderungen mit menschlicher Revision im Kern: Agentur oder Kombination aus Maschine und Revision. Regelmäßige Übersetzungen in Unternehmenssprache, technische Dokumentation, InDesign-Formate, mehrere Abteilungen: trainierte maschinelle Übersetzung mit Prozess. In einem Erstgespräch lässt sich das in 30 Minuten einsortieren; wenn die einfachste Option reicht, sagen wir das.
Häufige Fragen
Reicht DeepL nicht für unser Unternehmen?
Für Alltagstexte einzelner Mitarbeitender oft ja. Sobald Unternehmenssprache, Terminologie, layouttreue Formate oder Freigabe- und Abrechnungsprozesse wichtig werden, braucht es mehr als ein Übersetzungsfeld im Browser.
Wie sicher sind unsere Daten bei maschineller Übersetzung?
Das hängt vom Anbieter ab. Bei wonk.ai laufen Übersetzungen auf Servern in Deutschland, Inhalte werden nicht für Modelltraining verwendet und nach 24 Stunden gelöscht; Grundlage ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag.
Was ist mit InDesign-Dateien, Katalogen und Anleitungen?
Dafür gibt es spezialisierte Werkzeuge: IDML-Translate übersetzt InDesign-Dokumente layouttreu, auch in viele Sprachen gleichzeitig, die Dateien bleiben editierbar.
Was kostet eine Übersetzungslösung im Vergleich zur Agentur?
Agenturen rechnen Wortpreise plus Projektpauschalen und brauchen typischerweise Tage bis Wochen. Maschinelle Übersetzung kostet einen Bruchteil davon und liefert in Minuten. Die genaue Rechnung hängt von Volumen und Sprachen ab und lässt sich vorab transparent kalkulieren.
Wie starten wir, ohne uns festzulegen?
Mit einem kleinen, definierten Einstieg: Bestandsaufnahme der heutigen Übersetzungswege, Test mit echten Dokumenten, Entscheidung auf Basis der Ergebnisse. Kein Abo, keine Mindestlaufzeit für den Test.
Einstieg ohne Verpflichtung: 30-Minuten-Erstgespräch, danach Test mit echten Dokumenten und Glossar.